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Edelmetalle Kompakt 10. Mai - 16. Mai 2016

Edelmetalle Kompakt
Bisher höchste Goldnachfrage in einem 1. Quartal
ETFs erneut mit starken Gold-Zuflüssen
Gold startete mit einem positiven Unterton in die neue Woche nachdem chinesische Wirtschaftsdaten am Wochenende enttäuschend ausgefallen waren. Was die Aktienmärkte belastet, kommt dem Metall als „sicherem Hafen“ zu Gute. Der Goldpreis kletterte vorübergehend bis auf 1.288.20 $/oz, nachdem es die vergangene Woche mit 1.273,20 $/oz beendet hatte. ETFs verbuchten erneut starke Zuflüsse. So erreichte der SPDR Gold Trust das höchste Volumen seit November 2013. Europäische Anleger verhalten sich ungeachtet dieser Entwicklung weiterhin abwartend. Noch im ersten Quartal zeigte sich hier ein ganz anderes Bild. Neuesten Zahlen des World Gold Councils - einer Interessenvereinigung von Goldförderern - zufolge fragten Anleger im ersten Quartal diesen Jahres 1.289,9 t des Metalls nach, 21% mehr als im Vorjahresquartal. Dies ist die bisher höchste Goldnachfrage in einem ersten Quartal. Zu den Käufern zählten auch einflussreiche Investoren wie George Soros, der Gold einmal als die "ultimative Blase" bezeichnet hatte - er kaufte insgesamt 1,05 Millionen Anteile am SPDR und kehrt damit zum ersten Mal seit drei Jahren an den Goldmarkt zurück. Auch wenn sich das Anlegerinteresse im zweiten Quartal auf deutlich niedrigerem Niveau bewegt, ist das Umfeld für das Edelmetall weiterhin positiv: Die US-Notenbank Fed zeigte sich bei ihrem Zinserhöhungskurs zuletzt deutlich zurückhaltender, was den Kurs des US-Dollars bereits unter Druck setzte. Beide Faktoren unterstützen den Goldpreis - einen erneuten Anstieg bis auf 1.300 $/oz schließen wir nicht aus, während 1.270 $/oz eine erste charttechnische Unterstützung bieten sollte.
Silber unterbricht zunächst rasante Aufwärtsrallye
Markt in 2015 zum dritten Mal in physischen Angebots-Defizit
Silber hat sich etwas vom Hoch bei 18 $/oz von Anfang Mai wegbewegt. Weitere Impulse seitens Geldpolitik oder Konjunktur fehlten und so bewegte sich Silber letzte Woche seitwärts. Auch die ETF-Bestände sind seit einer Woche unverändert. Derzeitige Unterstützung ist bei 17 $/oz zu sehen. Von Interesse ist die vor kurzem veröffentlichte World Silver Survey 2016 vom Silver Institute, welche aufzeigte, dass der Silbermarkt in 2015 geprägt war von starker Nachfrage von Privatinvestoren und der Schmuckindustrie. Diese überkompensierten auch die schwächere Nachfrage seitens der Industrieproduktion. Durch die hohe Nachfrage und nur langsam wachsendem Angebot aus Minenförderung und sinkendem Recyclingvolumen, verzeichnete Silber das dritte Jahr in Folge ein physisches Defizit. Mittelfristig dürfte Silber weiter von diesen Fundamentaldaten profitieren.
Unklare Richtung - Goldpreis weiterhin entscheidend
Aktuell auch keine Impulse für Platin aus Asien
Platin erlebte erneut eine bewegte Woche. Die Range 1.040-1.080 $/oz scheint weiterhin in Takt. Nach der sechsten Woche in Folge mit Gewinnen konnte Platin das Niveau jedoch nicht ganz halten. Sollte die Unterstützung bei 1.040 $/oz brechen, wäre der Weg erneut frei bis 1.000 $/oz: Die psychologische „Big Figure“. Platin Schwamm erfreut sich weiterhin guter Nachfrage.
Lieferengpässe in Südafrika werden erneut ein Thema, der "Refined PGM output" ging zurück - auch auf die Schließung von Schächten zurückzuführen. Das ist nicht überall der Fall: Lonmin meldet im 1. Quartal eine Steigerung der Platin Produktion von 44,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und verweist auf gut laufende Smelter-Technik. Wenig Impulse sehen wir aktuell aus Asien: Die Schmucknachfrage in China scheint etwas zu schwächeln, die PGM Importzahlen sind rückläufig, ebenso der Umsatz an der Shanghai Gold Exchange. Schließlich bleibt die Bewegung des Goldes auch weiterhin von Interesse, ein „Eigenleben“ des Platins ist derzeit begrenzt.
Berg- und Talfahrt beim Palladium
Im April gute Automobilabsatzzahlen in China
Nachdem Palladium Anfang der Woche noch bei Kursen um 600 $/oz handelte, ging es steil bergab bis auf einen Tiefstand von 575 $/oz, was gleichzeitig auch das Low der Woche war. Hier kam dann Kaufinteresse in den Markt und die Kurse endeten am Mittwoch bei einem High um 613 $/oz. Danach setzte sich wieder eine Abwärtsbewegung in Gang. Palladium handelte dann mit kurzen Stopps am Freitag bei Levels um die 590 $/oz.
Gute Absatzzahlen kamen vom Automarkt in China für April, was grundsätzlich positiv für Palladium sein sollte. Palladium Schwamm ist nach wie vor begehrt.
In der letzten Woche lieferte der neue GFMS Report einige interessante Einblicke in die Entwicklungen in 2015 beim Palladium: Das Defizit reduziert sich im vergangenen Jahr auf 868.000 oz bedingt durch höhere Minenproduktion, während preis- und spekulationsbedingt weniger Palladium aus dem Autokatalysator-Recycling kam. 2015 wurde beim Palladium der schwächster Juwelierbedarf seit 2002 und zudem schwache Nachfrage aus der Elektronikindustrie verzeichnet, die dort Bedarfsmengen 2015 weiter sinken ließ.
Rhodium mit extremer überraschender Talfahrt; Ruthenium etwas umsatzschwächer und Iridium wieder mit etwas mehr Interesse
Rhodium hat in den letzten 2 Wochen wohl alle Markteilnehmer überrascht. Nachdem der Preis fast 6 Wochen lang unbewegt war, aber dennoch gut unterstützt gewesen ist, gab es plötzlich größere Liquidierungen von Long-Positionen. Durch die große Bewegung und einer Preisbewegung von 10% in nur kurzer Zeit waren auch physische Händler gezwungen zu verkaufen. Momentan sieht es so aus, als könnte wieder ein Boden auf aktuellem Niveau gefunden werden, aber es herrscht relativ große Verunsicherung bei den Marktteilnehmern.
Ruthenium hat sich im Vergleich zu den Vorwochen etwas beruhigt und die Umsätze waren nicht mehr ganz auf dem Niveau der letzten Zeit.
Iridium kann wieder etwas mehr Aktivität vorweisen und die Nachfrage war deutlich höher als in den letzten beiden Berichtswochen. Leider reflektiert sich dies so gut wie nie bei bestehenden Preisindikationen und somit sind diese Veränderungen auch nur schwer zu sehen und zu erklären.